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Chemischer Holzschutz


Inhalt:


Begriffe

Chemischer Holzschutz findet unter Einsatz von Mitteln zu vorbeugenden und bekämpfenden Maßnahmen statt. Unter chemischem Holzschutz sollen an dieser Stelle die vorbeugenden Maßnahmen gemeint sein. Erläuterungen zu bekämpfenden Maßnahmen können Sie auf der Seite Bekämpfender Holzschutz entnehmen.

Bewitterte Pallisaden mit Holzschutz
Bewitterte Palisaden
mit Holzschutz

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Holzschutzmittelarten

Als Holzschutzmittel werden im weiteren Sinne Mittel bezeichnet, die Schutz vor verschiedensten Einflüssen bieten sollen. Hierzu zählen holzverfärbende Pilze, holzzerstörende Pilze, holzzerstörende Tiere, die Entflammbarkeit und andere Chemikalien. Holzschutzmittel werden als wasserlösliche, ölige und pastöse Präparate hergestellt. Im engeren Sinne werden als Holzschutzmittel diese bezeichnet, die gemäß der DIN 68 800 „biozide Wirkstoffe zum Schutz des Holzes gegen tierische und pflanzliche Schädlinge“ enthalten. Als Holzschutzmittel werden gemäß dieser Definition nur Mittel bezeichnet, die geprüft und anerkannt wurden. Die Holzschutzmittel für die vorbeugende Anwendung oder als Bekämpfungsmittel in baulichen Anlagen werden durch das Deutsche Institut für Bautechnik zu gelassen. Die Wirksamkeit und Umweltverträglichkeit wird dabei über mehrere Jahre geprüft.

Bewittertes und gefährdetes Holzdach
Bewittertes und gefährdetes Holzdach

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Für nicht tragende Bauteile bedürfen vorbeugende Mittel und bekämpfende Mittel keiner Zulassung und damit Prüfung. Eine Ral-Gütegemeinschaft hat jedoch eine freiwillige Selbstverpflichtung iniziiert, dass vorbeugende Holzschutzmittel für die nicht tragende Bauteile einer gleichwertigen Prüfungen unterzogen werden. Ein Zwang hierfür besteht nicht.

Bewittertes und gefährdetes Hirnholz
Bewittertes und
gefährdetes Hirnholz

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Prinzip

Holzschutzmittel enthalten biozide Wirkstoffe gegen tierische und pflanzliche Schädlinge. Die enthaltenen Stoffe bzw. ihre Kombination verhindert die Entwicklung bzw. die Existenz der Holzzerstörer. Holzschutzmittel wirken auf Insekten als Fraß-, Atem oder Kontaktgifte. Die Wirkung kann auf das Nervensystem, die Hormone oder die Zellstoffwechsel einwirken. Holzschutzmittel wirken auf Pilze hemmend oder abtötend, wobei die Wirkung von der Konzentration stark abhängig ist. Die Holzschutzmittel blockieren u.a. die Funktion der Zellatmung.

Eindringtiefe beim Strechen, Tränken und Druckverfahren
Eindringtiefe beim von Holzschutzmitteln
beim Streichen, Tränken und Druckverfahren

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Holzschutzmittel werden entweder über einfache handwerkliche Verfahren wie Streichen, Spritzen oder Tränken aufgebracht, oder innerhalb von technischen Anlagen mit Drücken und Vakuum. Die Schutzwirkung ist erheblich von der Eindringtiefe bestimmt. Die größte Tiefenwirkung zeigen Tränk- und Druckverfahren. Diese werden z.B. bei Bahnschwellen oder Außenpalisaden angewandt. Der gewünschte allseitige Schutz der Hölzer wird u.a. durch spätere Trockenrisse oder nachträgliche Bearbeitung gemindert. Ein Nacharbeiten dieser Stellen ist dringend notwendig oder es verbleiben "Archilles-Sehnen", die durch Pilze oder Insekten befallen werden können. 

 

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Normen

Die Anwendung des Holzschutzes in und an Gebäuden wird in der BRD seit den 50ziger Jahren durch die DIN 68 800 geregelt. Die Anwendung von Holzschutz wurde in den Bauordnungen vorgeschrieben und erhielt damit einen gesetzlichen Charakter. Der chemische Holzschutz wurde seit Einführung der Normen mit dem nicht-chemischen Holzschutz gleichwertig verankert. Der chemische Holzschutz in der BRD wird durch die DIN 68 800 Teil 3 für tragende Bauteile geregelt. In dieser wurden die Gefährdungsklassen 0 bis 4 für Holzbauteile eingeführt.

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Gefährdungsklasse 0 - GK 1

    Innen verbautes Holz ohne Gefahr durch Insektenbefall

Gefährdungsklasse 1 - GK 1

    Innen verbautes Holz mit Gefahr durch Insektenbefall
Gefährdungsklasse 2 - GK 2
    Holz mit einer zeitweiligen erhöhten Feuchte ohne Bewitterung und ohne Erdkontakt, Gefahr durch Insekten- und Pilzbefall
Gefährdungsklasse 3 - GK 3
    Holz mit Bewitterung und ohne Erdkontakt, Gefahr durch Insekten- und Pilzbefall bzw. Auswaschung der Wirkstoffe
Gefährdungsklasse 4 - GK 4
    Holz mit mit Bewitterung und Erdkontakt, Gefahr durch Insekten-, Pilz- und Moderfäulebefall bzw. Auswaschung der Wirkstoffe

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Diesen Klassen wird ein notwendiger chemischer Holzschutz oder eine Auswahl von resistenten Holzarten zur Vermeidung von Bauschäden zugeordnet.

Gefährdungsklasse 0 - GK 0

    Keine Holzschutzmittel

Gefährdungsklasse 1 - GK 1


    Resistentes Holz oder Holzschutzmittel gegen Insektenbefall

Gefährdungsklasse 2 - GK 2
    Resistentes Holz oder Holzschutzmittel gegen Insekten- und Pilzbefall
Gefährdungsklasse 3 - GK 3
    Resistentes Holz oder Holzschutzmittel gegen Insekten- und Pilzbefall, Schutzmittel müssen fixieren
Gefährdungsklasse 4 - GK 4
    Holzschutzmitteleinsatz notwendig

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Die Gefährdung des Holzes steigt mit dem Wert der Gefährdungsklasse an. Als Kriterien gelten ein Befall durch holzzerstörende Insekten, durch Pilz, direkte Bewitterung und Erdkontakt. Die Bewitterung führt zu einer stärkeren Befeuchtung des Holzes, wodurch eine pilzliche Zerstörung und ein Auswaschen von Holzschutzmitteln möglich sind. Der Kontakt von Holz und Erde ist generell sehr gefährlich, da Pilze, Bakterien und stehende Feuchte das Holz angreifen.

Einsehbare Hölzer im Innenhaus (GK 0)
Einsehbare Hölzer im Innenhaus
mit Gefährdungsklasse 0 (GK 0)

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Innenraumprobleme mit Holzschutzmitteln

Ein übermäßiger oder unnötiger Holzschutzmitteleinsatz und die Verwendung für den Innenraum problematischer Holzschutzmittel führte in den letzten Jahrzehnten zur Beeinträchtigung von Menschen und zu gesundheitlichen Problemen in Gebäuden. Als Folge von Forschungsergebnissen, dem Einsatz von Verbraucherverbänden und der Meinung der kritischeren Öffentlichkeit wurden verschiedene Holzschutzmittelbestandteile verboten oder vom Markt genommen. Die Normung und Prüfung von Holzschutzmitteln wurde zudem verschärft.

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Kennzeichnung eines Holzschutzmittels
im Dachstuhl

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Ein früherer Einsatz von Holzschutzmittel in Gebäuden und hohe eingesetzte Konzentrationen können noch immer zu Problemen führen. Einerseits wird das Innenraumklima möglicherweise, auch nach langer Zeit, gesundheitlich beeinflusst. Andererseits kann der Rückbau der behandelten Hölzer und deren Entsorgung erhöhte Kosten verursachen. Weiterhin muss die spätere Bearbeitungen von Hölzern mit Holzschutzmitteln oder Lacken auf die schon vorhanden abgestimmt werden.

Kennzeichnung eines Holzschutzmittels
Kennzeichnung eines Holzschutzmittels

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Bei Beschwerden im Innenraumbereich und dem Verdacht auf Einsatz von Holzschutzmitteln können Proben von Holzmöbel, verbauten Möbel oder anderen Materialien Aufschluss über den Einsatz und die Art von Holzschutzmittel geben. Weiterhin empfiehlt sich bei einem Kauf älterer Häuser eine Prüfung auf Holzschutzmitteleinsatz z. B. in den Dachgeschossen. Lassen sich Holzschutzmittel in den Konstruktionen nachweisen, kann eine Bewertung anhand der Art und Konzentration des Mittels erfolgen. Geeignete Verbesserungen oder eine Sanierung sind mit den vorliegenden Ergebnissen abzuschätzen.

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Althölzer und Entsorgung

Holz, das mit Holzschutzmittel behandelt wurde, muss nach der Nutzung ordnungsgemäß entsorgt werden. Die Entsorgung und Verwertung von nicht behandelten und behandelten Holzprodukten wird u.a. geregelt durch:
  • Kreislaufwirtschaftsgesetz
  • Abfallgesetz
  • Chemikalien-Gesetz
  • Chemikalienverbots-Verordnung
  • Abfallverbringungsgesetz

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Nach der Verordnung von besonders überwachungsbedürftigen Abfällen (BestbüAbfV) gilt behandeltes Bau- und Abbruchholz als Holz mit schädlichen Verunreinigungen und ist dementsprechend zu behandeln. Holzabfälle mit Verunreinigungen erfordern eine überwachungspflichtige Entsorgung und können gemäß der Chemikalienverbotsverordnung nicht wiederverwendet werden. Bei der Entsorgung von belasteten oder verdächtigem Material gilt:

  • Vermischung verschiedener Holzrestearten vermeiden
  • Holz mit unklarer Herkunft ist als belastetes Holz zu behandeln
  • Trennung der belasteten von unbelasteten Holzsortimenten
  • Entsorgung des belasteten Holzes über sachkundige Dritte

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Leistungsangebot

Das Büro Christian Schröter bietet Ihnen Beratung und umfangreiche Leistungen im Holzschutz an.

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