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Holzschutz

Baulicher Holzschutz


Inhalt:


Begriff

Holzschutz besteht nicht vordringlich aus dem Einsatz von Holzschutzmitteln. Heute wird Holzschutz im umfassenden Sinne verstanden, beginnend mit der Wald- und Baumpflege, der Erzeugung von widerstandsfähigem Holz, einer schonenden Verarbeitung im Sägewerk, einer fachgerechten Lagerung und dem konstruktiven Schutz am Gebäude.

Holgefährdung durch Rissbildung
Holzgefährdung
durch Rissbildung

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Der bauliche oder auch konstruktive Holzschutz hat das Ziel, durch vorbeugende konstruktive und bauphysikalische Maßnahmen Feuchtigkeit und Insekten bzw. Pilze von Holz und angrenzenden Baustoffen fernzuhalten. Die Ausschöpfung der baulich-konstruktiven Schutzmaßnahmen hat heute im Verbraucherinteresse und auch in der Normung vor Vorrang vor den chemischen Maßnahmen .

Gefährdete Fußschwellen am Fachwerk
Gefährdete Fußschwellen
am Fachwerk

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Prinzip

Die Grundzüge des baulichen Holzschutzes sind schon seit Jahrhunderten bekannt und in den traditionellen Baustilen verankert. Vordringlich ist der bauliche Holzschutz auf die Vermeidung von Feuchtigkeit und schneller Abfuhr dieser ausgerichtet, um so einen Befall mit holzzerstörenden Pilzen oder eine Verformung des Holzes mit Funktionsbeeinträchtigung abzuwehren. Als grundsätzliche Prinzipien des baulichen Holzschutzes finden sich gestern wie heute

    Schutz vor:

  • Witterung
  • Feuchtigkeit aus dem Untergrund
  • Feuchtigkeit aus anderen Baustoffen
  • Feuchtigkeit durch Nutzung
  • Tauwasser
  • Rissbildungen und Gefahr durch Befall mit Insekten und Pilzen

    Schutz durch:

  • Auswahl geeigneter und resistenter Holzarten
  • Berücksichtigung der Holzanatomie
  • geeignete Holzbearbeitung
  • schnelle Ableitung des Wassers vom Gebäude
  • Abdeckung und Schutz von gefährdeten Holzteile

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Normen

Die Anwendung des Holzschutzes im Gebäude wird in der BRD seit den 50ziger Jahren durch die Norm DIN 68 800 geregelt. Die Anwendung von Holzschutz wurde in den Bauordnungen vorgeschrieben und erhielt damit einen gesetzlichen Charakter.

Blechabdeckung auf Balkenkopf an Hauswand
Blechabdeckung auf Balkenkopf
an Hauswand

 

Der Holzschutz wird seit der Erstnormausgabe der DIN 68 800 nicht ausschließlich im Sinne des chemischen Schutzes verstanden. Der Einsatz von baulichen Maßnahmen wurde grundsätzlich gefordert. In der früheren Praxis wurde vorwiegend der chemischen Schutz bis in die achtziger Jahre angewandt. Der Einsatz von Holzschutzmaßnahmen, baulichen oder chemischen, wird heute an Bauwerken für hölzerne tragende und aussteifende, d.h. also Kräfte leitende Teile, vorgeschrieben.

Abdeckung auf Pfeiler als Holzschutz
Abdeckung auf Pfeiler 
als Holzschutz

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Einige der wichtigsten deutschen Normen, die den Holzschutz behandeln und regeln, sind:

  • DIN 62 175: Holzschutz, Begriffe und Grundlagen
  • DIN 68 800 - Teil 1: Holzschutz - Grundlagen
  • DIN 68 800 - Teil 2: Holzschutz - Vorbeugende bauliche Maßnahmen
  • DIN 68 800 - Teil 5: Holzschutz - Schutz von Holzwerkstoffen

Beispiele

Große Dachüberstände schützen vor Witterung und sorgen für die Ableitung des Wassers vom Gebäude. Überstände schützen die Fassaden vor Regen und damit Durchfeuchtung und Verwitterung. Auch die Fensteröffnungen werden vor Regen geschützt. In den Öffnungen kann Wasser durch das Holz oder Fugen in das Gebäude eindringen. Geneigte Oberflächen sollten auch auf Gebäudeteilen wie bewitterten Balken, Balkonen oder Geländern eine Pfützenbildung verhindern.

Dachüberstand hält Regen
Großer Dachüberstand hält Regen
vom Gebäude ab

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Das Gebäude und Holz sollten vor Feuchte vom Untergrund geschützt werden. Ein ausreichender Fundamentsockel verhindert das Eindringen von Spritzwasser in das Mauerwerk oder die Fassade. Stützen und Pfeiler aus Holz sollten ebenso vom Spritzwasserbereich fern gehalten werden. Ein Bodenkontakt muss generell vermieden werden. Der Kontakt mit Erdreich gefährdet das Holz durch Durchfeuchtung und Infektion mit Pilzen.

Steinsockel schützt Pfosten
Steinsockel schützt Pfosten
vor Regen und Spritzwasser

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Verbautes Holz sollte vor Feuchtigkeit aus anderen Baustoffen geschützt werden. In Gebäuden steht verbautes Holz durch den Einbau in Kontakt mit Beton, Putz oder Mauerwerk. Das Holz sollte derart eingebaut werden, dass keine Feuchtigkeit aus anderen Baustoffen eindringen kann. Dies kann durch konstruktive Abstände oder durch sperrende Materialien wie Folien oder Pappen verhindert werden. Im Bereich der Außenmauern ist dieses Prinzip besonders wichtig.

Zerstörter Balkenkopf durch Mauerfeuchte
Zerstörter Balkenkopf
durch Mauerfeuchte

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Die Nutzung in Bad, Küche oder Waschräumen erzeugt z.T. hohe Wassermengen, die in direktem oder indirektem Kontakt zum Holz stehen können. Der anhaltende direkte Kontakt mit hohen Wassermengen sollte grundsätzlich vermieden werden. Holz kann als poröser Werkstoff Wasser gut aus der Umgebung aufnehmen und speichern. 

Belüfteter Balkenkopf Mauerwerk
Belüfteter Balkenkopf im Mauerwerk
verhindert Schäden

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Über Wasserdampf und Tauwasser an kalten Oberflächen können erhebliche Mengen Wasser unsichtbar ins Holz gelangen. Besonders Holz an und in Außenwänden oder an Dächern ist betroffen und muss durch Dampfsperren und Isolation geschützt werden.

Eiche, Ahorn, Esche und Bongossi
Eiche, Ahorn,
Esche und Bongossi

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Die Auswahl von geeigneten Holzarten ermöglicht in gefährdeten Gebäudebereichen einen Verzicht von chemischem Holzschutz. Wie in früheren Jahrhunderten ist die Auswahl von widerstandsfähigen Holzarten wie Eiche ein guter Schutz vor Schäden durch Insekten und Pilze, erhöhter Holzfeuchte oder Erdkontakt. Die Resistenz von Holzarten wird von den Holzinhaltsstoffen und dem Wasseraufnahmevermögen bestimmt. Die Holzarten werden gemäß der DIN 68 364 nach ihrer Resistenzklassen eingeteilt.

  • Klasse 1 - sehr resistent: z.B. Robinie
  • Klasse 2 - resistent: z.B. - Eiche
  • Klasse 3 - mäßig resistent: z.B. Lärche
  • Klasse 4 - wenig resistent: z.B. Kiefer, Fichte, Tanne
  • Klasse 5 - nicht resistent: z.B. Ahorn

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Holzwerkstoffe und Vergütung

Baulicher Holzschutz beinhaltet neben konstruktiven Details weitere Möglichkeiten des Holzschutzes. Der Befall und die Zerstörung von Holz durch Insekten und Pilze wird entscheiden von der Holzqualität beeinflusst. Hölzer mit starken Rissen oder Astöffnungen oder hohe Feuchtegehalte sind gefährdeter durch den Befall mit holzzerstörende Organismen.

Holzwerkstoffplatte
Holzwerkstoffplatte

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Die Holzindustrie hat in Zusammenarbeit mit Handwerk und Forschungseinrichtungen verschiedene Produkte mit verbesserten Holzeigenschaften auf den Markt gebracht. Zu diesen Produkten gehören die u.a. Holzwerkstoffe, Konstruktionsvollholz und Brettschichtholz. Der gezielte Einsatz dieser Holzbaustoffe kann den baulichen und chemischen Holzschutz unterstützen und das Schädigungsrisiko mindern.

Konstruktionsvollholz
Querschnitte von Konstruktionsvollholz

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Holzwerkstoffe sind Produkte, die aus Holzbestandteilen wie Furnieren, Spänen, Holzstäben und Holzfasern unter Verleimung, Druck und Hitze hergestellt werden. Holzanaloge Werkstoffe kombinieren Holzbestandteile mit anderen meist anorganischen Materialien wie Gips. Gegenüber dem herkömmlichen Vollholz zeigen die Holzwerkstoffe besondere Vorteile. Grundsätzlich sind die Holzwerkstoffe nicht durch die natürlichen Grenzen des Holzes durch Wachstum und Dimensionierung in ihren physikalischen Eigenschaften eingeschränkt. Die Holzwerkstoffe können grundsätzlich in vier unterschiedliche Arten eingeteilt werden:

  • Lagenwerkstoffe: verleimte Furnierschichten
  • Verbundwerkstoffe: Platten mit unterschiedlichen Materialien in Mittel- und Decklage
  • Holzspanwerkstoffe: verleimte Platten aus Holzspänen
  • Holzfaserwerkstoffe: verleimte Platten aus Holzfasern

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Konstruktionsvollholz ist Bauschnittholz aus Nadelholz mit festgelegten Qualitätsmerkmalen. Die Merkmale wurden von der Vereinigung Deutscher Sägewerksverbände e.V. (VDS) und dem Bund Deutscher Zimmermeister (BDZ) festgelegt und vereinbart. Grundlage für die Qualitätsmerkmale sind Kriterien der Tragfähigkeit (Konstruktionsholz), die gemäß der DIN 4074 eingeteilt werden. Unterschiede zu herkömmlichen Bauholz sind u.a.:

  • normierte Vorzugsquerschnitte
  • kontrollierte Holzfeuchte mit 15 %
  • kerngetrenntes und rissfreies Holz
  • maßhaltiges Holz
  • frei von Harzgallen
  • gleichmäßige und gehobelte Oberflächen
  • keine rindenumrandeten Äste (Ausfalläste)

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Brettschichtholz ist ein aus mindestens 3 Lagen verleimtes und keilverzinktes Konstruktionsholz, wobei Einzellagen maximal 33 mm dick sind. Die Herstellung und Gestaltung ist nach DIN 1052 Teil 1 geregelt. Als Holzarten dürfen nur Fichte, Tanne, Kiefer, Lärche, Douglasie, Western Hemlock und Southern Pine verwendet werden. Brettschichtholz wird vorwiegend für konstruktive Zwecke bei Trägern oder Balken eingesetzt. Es kann durch die Verleimung eine beliebige Dimensionierung des Brettschichtholz je nach Einsatz und Anforderungen „konstruiert“ werden. Der Einsatz von Brettschichtholz wurde durch die Entwicklung von wasserfesten Kleber und der Keilverzinkung ermöglicht und gefördert.

Bettschichtholz
Brettschichtholz

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Leistungsangebot

Das Büro Christian Schröter bietet Ihnen erste Beratung, konzeptionelle Vorschläge und weitere Betreuung für ihre Bauvorhaben neben einem umfangreichen Angebot an weiteren Leistungen.
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